Gallium 3D
Für alle die noch nicht wissen, was Gallium 3D ist: G3D ist ein Grafiktreiberframework, welches ursprünglich von Tungsten Graphics entwickelt wurde. Inzwischen setzt es sich langsam aber sicher als Standard für 3D Treiber unter Linux durch. Der große Vorteil dieses Frameworks liegt darin, das in den einzelnen Grafiktreibern nur die wirklich hardwarespezifischen Teile von den einzelnen Treiberprojekten programmiert werden müssen. Alle anderen Teile des Grafikstacks werden von allen Communitymitglieder gemeinsam erstellt und können dann für alle Grafikkarten genutzt werden. Wer mehr über Gallium 3D erfahren möchte, kann die Projektseite auf Freedesktop.org besuchen.
Der Nouveautreiber
Nouveau ist ein quelloffener Treiber für die Grafikkarten der GeForce Reihe von NVidia. Auch dieses Projekt läuft inzwischen seit einigen Jahren. Inzwischen ist der 2D Teil des Treibers so stabil, dass er seit Fedora 12 als Standardtreiber für alle Nvidia-Grafikkarten verwendet wird. Der 3D Teil hat allerdings noch einen Weg vor sich, auch wenn inzwischen immer mehr Meilensteine fallen.
In den letzten Tagen hat Luca Barbieri einen großen Teil des NVFX Treiberteils, welcher die Ansteuerung von Grafikkarten der Geforce 6 und 7 Generation übernimmt, überarbeitet und in den Hauptentwicklungszweig von Gallium 3D eingebracht. Auf meiner inzwischen 5 Jahre alten GeForce 7800 GTX hat diese Überarbeitung in vielen Fällen eine Performancesteigerung um den Faktor 10x bewirkt. OpenArena ist damit inzwischen vollkommen problemlos ohne einen einzigen Ruckler spielbar.
Quake 4
Dies hat mich motiviert mal wieder meine Quake 4 DVD aus dem Schrank zu holen und zu testen, was der Treiber wirklich kann. Dabei gab es noch eine kleine Hürde zu überwinden: Quake 4 hat zwar einen Linux Port, der ohne Emulator auf Linux lauffähig ist, aber leider sind die Binaries nur 32Bit. Da diese natürlich nur mit 32Bit Bibliotheken umgehen können musste ich den Nouveau Treiber erst noch als 32Bit Version bauen. Nachdem ich dies hinter mich gebracht hatte konnte es losgehen. Und siehe da: wer hätte das gedacht?
Quake 4 läuft mit dem freien Treiber. Leider sind die Frameraten noch etwas zu niedrig, als das sich wahrer Spielgenuss einstellen würde, aber ich finde dies ist schon mal ein beachtlicher Erfolg. Da kann man nur hoffen, das es in den nächsten Wochen so weiter geht. Ich hoffe ja das ich auch selbst in nächster Zeit etwas am Quellcode dieses Treibers spielen kann, aber leider ist das Thema sehr, sehr komplex und erfordert deshalb viel Zeit um sich erst mal einen Überblick zu verschaffen, wo es noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt.