Mit dem Thuban zu neuer Leistung

Nachdem die Hardwarekonfiguration meines Rechners über fünf Jahre lang nahezu unverändert war, habe ich heute einen Rundumschlag ausgeführt. Glücklicherweise hatte ich beim Kauf dieses Rechners darauf geachtet, dass alle Komponenten die neuesten Schnittstellen nutzen, weshalb ich einen großen Teil meiner alten Hardware weiter nutzen kann. Einzig und allein die Leistung des Athlon 64 X2 3800+ mit zwei mal 2 GHz war einfach nicht mehr zeitgemäß.

Um diesen Missstand zu beheben habe ich gekauft:

  • Ein neues Mainboard: Gigabyte GA-870A-UD3
  • Eine neue CPU: AMD Phenom II X6 1055T
  • Neuen RAM: 2x4GB DDR3-1333 von Mushkin

Besonders den Phenom II X6 1055T (Codename: Thuban) finde ich besonders faszinierend: mehr Leistung pro Euro wird man zur Zeit fast nicht finden können. Die sechs Kerne sind mit 2,8 GHz getaktet und bieten damit reichlich Power für multithreaded Applikationen, aber auch bei singlethread Anwedungen ist genügend Rechenleistung vorhanden, da der Prozessor bei Auslastung von maximal drei Kernen automatisch auf 3,3 GHz Taktfrequenz umschaltet.

Die großzügige RAM Austattung habe ich mir geleistet, da Linux den RAM als Cache bei Kompiliervorgängen verwenden kann. Die Investition hat sich gelohnt: 52 Sekunden um den Kernel von Fedora 13 zu übersetzen.

Der größte Aufwand beim Umbau war erwartungsgemäß die Wasserkühlung. Die Vorzüge der guten Kühlleistung und absoluter Stille werden durch viel Arbeit beim Hardwareeinbau erkauft. Meiner Schätzung nach habe ich ungefähr fünf mal so viel Zeit mit mit dem Anpassen der WaKü verbracht wie mit dem Ein- und Ausbau der Hardware. Durch die großzügige Auslegung des Upgrades sollte ich mir weitere Änderungen am System aber erst einmal wieder für längere Zeit sparen können.

Ein paar Dinge sind noch zu tun

Nach dem einem kurzen Blick unter den Kühlkörper der AMD 870 Northbridge habe ich mich entschieden den Wasserkühler dort vorerst nicht zu montieren, da das DIE dieses Chipsatzes extrem klein ist und ich wirklich Angst habe mit einem nicht perfekt angepassten Kühler dort Schaden anzurichten. Aus diesem Grund läuft der Chipsatz zur Zeit noch passiv gekühlt und wird dabei ziemlich heiß. Da ich wieder einige Jahre Freude an dem Mainboard haben möchte muss ich mir dort noch etwas einfallen lassen.

Außerdem habe ich vor den Prozessor etwas weniger Spannung zu verpassen. AMD hat leider die Angewohnheit die Sechskerner mit relativer hoher Werkseinstellung auszuliefern. Nach berichten von anderen Anwendern kommt der Prozzi aber auch mit erheblich weniger Spannung aus. Die 125W welche der Thuban laut offizieller Angabe schluckt sind mir ein wenig zu viel, mit Undervolting sollten bis zu 30W weniger möglich sein. Dazu muss ich aber erst noch einige Stabilitätstests durchführen, da ich vermeiden will das mir das System irgendwann aufgrund zu geringer Prozessorspannung einfriert.

Update:

Mein Exemplar verträgt locker 0,075V weniger Spannung und hat damit bei Volllast eine Wärmeentwicklung, welche meinem alten X2 mit 89W TDP vergleichbar ist. Diese Konfiguration läuft nun seit Wochen stabil, auch bei teils tagelanger Vollauslastung auf allen Kernen.